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Absturzsicherung

Absturzsicherung – vom Hersteller des Originals

Eine Absturzsicherung ist eine bauliche oder technische Einrichtung, die ein Abstürzen von Personen bei Wartungen, Reparaturen und grundsätzliche Begehung am Dach verhindert. Man unterscheidet zwischen kollektiven (z.B.: Geländersysteme, Seitenschutz, Auffangnetze, Durchsturzgittern) und individuellen (z.B.: Anseilschutz, Seilsicherungssysteme, Einzelanschlagpunkte Flachdach und Steildach) Absturzsicherungen.

Grundsätzlich haben die kollektiven Schutzmaßnahmen immer Vorrang vor den individuellen Schutzmaßnahmen.

Das Unternehmen SECUPOHL hat die Absturzsicherung gewissermaßen erfunden, das Unternehmen ist somit das „Original“ im Bereich der Absturzsicherung auf Dächern. Schon im Jahr 1973 bewilligte die Bau- und Berufsgenossenschaft den Prüfantrag für das Anseilpfostensystem Securant (Sekurant).Im Jahr 1990 wurde Securant® als Marke europaweit vom Kölner Unternehmen Pohl eingetragen. Mittlerweile ist der Begriff Sekurant ein Begriff, den man zentral und synonym mit Absturzsicherung auf Dächern verbindet. Grundsätzlich gibt es drei große Systeme der Absturzsicherung am Dach:

  • 1. Einzelanschlagpunkte: Dies ist das Absturzsicherungs - System, welches von Pohl im Jahr 1973 in Form des Sekurant® erstmals auf den Markt gebracht wurde. Das funktioniert so, dass man einzelne Sekuranten (Absturzsicherungen) über das Dach verteilt fest anbringt (Einzelanschlagspunkte). Der Nutzer sichert sich dann bei Betreten des Dachs an diesen Punkten.
  • 2. Seilsystem: Dies sind Anschlageinrichtungen Absturzsicherungen mit horizontaler Führung (Seilsicherungssystem, Schienensystem). Der Nutzer hängt sich in die horizontale Führung ein.
  • 3. Kollektivschutz oder Seitenschutz: Die Absturzsicherung wird in Form eines Geländers/ Attika gewährleistet, welches einen Absturz unmöglich macht. Da der Bereich innerhalb des Geländers somit geschützt ist, benötigt der Nutzer keine sonstigen Schutzmaßnahmen der Absturzsicherung.

EINZELANSCHLAGPUNKTE FLACHDACH

Absturzsicherung
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SEIL-SCHIENENSYSTEM

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EINZELANSCHLAGPUNKTE STEILDACH

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KOLLEKTIVSCHUTZ

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SICHERUNGEN, ZUBEHÖR

Absturzsicherung Zubehör
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Basisfragen & Basisbegriffe

In diesem Text möchten wir uns ein wenig mit den Basisbegriffen und Basisfragen der Absturzsicherung beschäftigen. Da die Sicherheitsbestimmung für Dächer aus guten Gründen in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus geraten sind, versuchen wir hier, allgemein verständlich Antworten auf einige Fragen der Absturzsicherung zu finden. Fragen wie:

·      Wann brauche ich welche Absturzsicherung?

·      Brauche ich überhaupt eine Absturzsicherung?

·      Wer haftet im Schadensfall?

·      Was sind Ausstattungsklassen?

Worauf muss in punkto Dachsicherheit grundsätzlich vom Eigentümer/ Hausverwalter geachtet werden?

 

Ein wichtiger Begriff für die Einordnung der Verantwortlichkeit des Eigentümers ist dessen Verkehrssicherungspflicht: Derjenige, der eine potenzielle Gefahrenquelle schafft oder unterhält, hat die Pflicht, die notwendigen und zumutbaren Vorkehrungen zu treffen, um Schäden anderer zu verhindern. Ein Beispiel für die Verkehrssicherungspflicht besteht etwa in der Verantwortung eines Eigentümers, dass keine Dachlawine unkontrolliert vom Dach dessen Hauses auf den Bürgersteig abgeht. Das bedeutet, dass eine Verkehrssicherungspflicht des Eigentümers bezüglich des Dachs besteht. Dies gilt jedenfalls so weit, wie weit „Verkehr“ auf dem Dach zugelassen wird. Dies klingt sehr theoretisch, ist aber durch die Ausweitung der Nutzung von Dächern heutzutage der Regelfall. Früher hatte das Dach die Aufgabe, den Innenraum vor Witterung zu schützen. Heute wird das Dach in vielerlei Hinsicht genutzt:

-       für Fotovoltaik und Fotothermie,

-       für Be- und Entlüftungsanlagen,

-       für Fernsehantennen, Sat-Schüsseln,

-       für Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA-Anlage),

-       für Klimaanlagen und Heizungsentlüftung,

-       für Lichtkuppeln.

 

Des Weiteren sind die Anforderungen an Dächer massiv gewachsen. Bei vielen Dachprodukten ist eine jährliche Wartung nötig, um einen vollen Versicherungsschutz zu erhalten, wobei auch die teilweise extremen Wetterbedingungen neue Herausforderungen an Dächer stellen.

 

Das heißt, dass Dächer wesentlich öfter nach der Fertigstellung betreten werden als früher, was zur Folge hat, dass sie eine Absturzsicherung aufweisen müssen.

Hier ist eindeutig festzustellen, dass die Haftung bei einem Unfall nicht bei demjenigen liegt, der das Dach betritt, auf dem keine Sicherungsmaßnahmen getroffen wurden, sondern derjenige haftet, der die oben angesprochene Verkehrssicherungspflicht nicht gewährleistet hat.

Das heißt, wer riskiert, dass er auf seinem Dach keine Absturzsicherung installiert hat oder besser gesagt keine aktuell geprüfte Absturzsicherung hat, ist voll umfänglich im Haftungsrisiko. Da hier viele Fälle strafrechtlich relevant sind, empfehlen wir unbedingt (auch nachträglich), die geeignete Absturzsicherung vorzusehen.

Welche Ausstattungsklasse muss wann eingesetzt werden?

 

Man geht hier von zwei Kriterien aus. Das erste Kriterium für die Kategorie der Absturzsicherung ist das Nutzungs- bzw. Wartungsintervall des Dachs.  Das heißt, wie oft muss jemand aufs Dach, um  beispielsweise die Wartung der Lüftung vorzunehmen oder die Fotovoltaik-Anlage zu überprüfen.

 

Das zweite Kriterium für die Kategorie der Absturzsicherung ist Frage, ob die Person, die das Dach betritt, dementsprechend im Umgang mit der Absturzsicherung geschult ist.

 

Einzelanschlagpunkte (Ausstattungsklasse 1) dürfen nur noch eingesetzt werden, wenn das Wartungs-/ Nutzungsintervall eines Dachs sehr gering ist (alle fünf Jahre) und die Person, die das Dach betritt, im Umgang mit der Absturzsicherung geschult ist.

 

Kollektivschutz (Ausstattungsklasse 3) muss eingesetzt werden, wenn die Person nicht im Umgang mit Absturzsicherung/ Anseilschutz geschult ist (z.B. Hauspersonal, Eigentümer u.a.m.) oder das Wartungs-/ Nutzungsintervall am Dach mittel bis hoch ist (mehrmals jährlich).

 

Gibt es Elektrogeräte, Fotovoltaik oder Ähnliches auf dem Dach, ist immer die beste Lösung ein Kollektivschutz. (SECU®Rail 2.0 von SECUPOHL).

 

Wichtig ist hier zu beachten, dass man sich auf keinen Fall auf einen Bestandsschutz berufen kann. Da die Regularien im Bereich der Absturzsicherung in den letzten Jahren massiv verschärft wurden, entsprechen viele alte Dächer nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen der Absturzsicherung. Auch hier ist die einfachste Form der Nachrüstung, ein Geländersystem (SECU®Rail 2.0) anzubringen.

 

Für die Prüfung von bestehenden Anschlageinrichtungen für Absturzsicherung bedarf es eines Sachkundigen. Gerne unterstützen wir Eigentümer und Verwalter bei der Prüfung ihrer vorhandenen Absturzsicherung sowie bei der Erarbeitung eines neuen Konzepts, welches sowohl kosten- wie auch planungstechnisch sinnvoll ist.

 

Weitere Informationen finden Sie in unseren Broschüren. Oder wenden Sie sich direkt an unseren Planungstechniker!

Welche Absturzsicherung benötigen wir?

 

Hier gibt es eine Broschüre der Berufsgenossenschaft Bauwirtschaft, die sich konkret mit diesem Thema befasst. Nach den dort vorgegebenen Vorlagen sollte/ muss man eine Absturzsicherung ausführen.

Links für Planungsgrundlagen von Anschlageinrichtungen auf Dächern (Absturzsicherungsbroschüre) sind:

Für Deutschand:

https://publikationen.dguv.de/regelwerk/regelwerk-nach-fachbereich/bauwesen/hochbau/2952/planungsgrundlagen-von-anschlageinrichtungen-auf-daechern

Für Österreich

https://www.auva.at/cdscontent/?contentid=10007.672840&viewmode=content&portal=auva

 

Diese Broschüre beschreibt die grundsätzlichen Begriffe (Absturzgefahren, Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz, Anwendungssysteme u.a.m.), die die Basis für die Planung einer Absturzsicherung sind.

 

 

Der Gesetzgeber präferiert ohne Einschränkung den Kollektivschutz, da dieser den meisten Schutz bietet.

Doch wann benötigt man welches System? Die Mindestausstattung von Dächern mit Absturzsicherung wird lt. Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (was in Gerichtsverfahren als Basis dient) in Ausstattungsklassen eingeteilt.

Ausstattungsklasse 1 sind Anschlageinrichtungen mit Einzelanschlagpunkten.

Ausstattungsklasse 2 sind Anschlageinrichtungen mit horizontaler Führung (Seilsysteme, Schienensysteme).

Ausstattungsklasse 3 ist Kollektivschutz (Geländersystem, Seitenschutz u.a.m.).