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Geländersysteme

Kollektivschutz

Kollektive Absturzsicherung, der Kollektivschutz

Der Kollektivschutz ist eine technische Maßnahme, die Personen unabhängig von ihrer Ausrüstung, Ausbildung und ihres Verhaltens vor einem Sturz in die Tiefe schützt. Hierbei wird unter direkt und indirekt wirkenden Schutzsystemen unterschieden. Der direkt wirkende Kollektivschutz ist eine Vorrichtung (z.B. Seitenschutz, Gerüst, Absperrung), die verhindert, dass Personen eine Absturzkante erreichen können und es somit zu einem Sturz in die Tiefe kommen kann. Der indirekt wirkende Kollektivschutz ist ein Auffangsystem (z.B. Schutznetz, Fanggerüst), dass abstürzende Personen unabhängig ihrer Ausrüstung auffängt.

Schutzgeländer

Als kollektive Schutzmaßnahme für alle Dachbenutzer eliminieren Schutzgeländer das Absturzrisiko an den Absturzkanten (z.B.: Dachrand, nicht durchsturzsichere Lichtkuppel und Lichtbänder). Die Schutzgeländer werden fest verbaut, als selbsttragende Variante mit Gewichten fixiert oder mit entsprechenden Ballastplatten in die Dachbegrünung integriert.

Geländersysteme, Durchsturzsicherung

Kollektivschutz / Geländersystem
Kollektivschutz / Durchsturzsicherung
Kollektivschutz / Geländersystem

Kollektive Schutzmaßnahmen gegen Absturz: Geländersysteme

Geländersysteme auf Dachflächen verhindern, dass Personen, die sich auf den Dachflächen bewegen, entweder zu nahe an Absturzkanten gelangen (Absper-rung) oder sogar von einer Dachkante abstürzen. Geländersysteme können fest mit der baulichen Struktur verbunden oder auch mittels Ballastplatten so gestaltet werden, dass sie temporär aufzustellen sind. Üblicherweise werden solche Geländer-systeme aus Gewichtsgründen und zum besseren Transport aus witterungsbeständigem Aluminium gefertigt. Geländersysteme unterscheidet man nach ihrem Einsatz in entweder öffentlichen oder nicht öffentlichen Bereichen. Hier sollen nur Geländersysteme betrachtet werden, die ausschließlich für den nicht öffentlichen Bereich einzusetzen sind.

Geländersysteme werden entsprechend der DIN EN 13374-A, 2019 „Temporäre Seitenschutzsysteme, Produktfestlegungen und Prüfverfahren“ geprüft. Entspre-chend dieser Europäischen Prüfnorm müssen Geländersysteme mindestens 1 Me-ter hoch sein. Der Abstand zwischen Handlauf und Knieleiste ist mit ≤ 470 Millime-ter definiert, gemessen an Unter-/ Oberkante der Profile. Auf Dachflächen, bei de-nen keine Attika oder ein Rand von mindestsens 100 Millimeter Höhe vorhanden ist, benötigen Geländersysteme noch eine zusätzliche Fußleiste.

Geländersysteme sind Absturzsicherungsmaßnahmen des Kollektivschutzes und entsprechen somit den Technischen Regeln für Arbeitsstätten, kurz „Arbeitsstätten-richtlinie“, Nummer ASR A2.1 „Schutz vor Absturz und herabfallenden Gegenstän-den, Betreten von Gefahrenbereichen“. Die Arbeitsstättenrichtlinien werden her-ausgegeben vom „Ausschuss für Arbeitsstätten“ und sie werden vom Bundesminis-terium für Arbeit und Soziales bekannt gegeben.

Die Arbeitsstättenrichtlinien haben eine Rangfolge der Maßnahmen zum Schutz vor Absturz definiert. Es heißt dort:

  • Bauliche und technische Maßnahmen haben Vorrang vor organisatorischen und individuellen Schutzmaßnahmen.

 

Somit haben die kollektiven Schutzmaßnahmen Vorrang gegenüber den persönlichen Schutzmaßnahmen (Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz, PSAgA). Kollektive Schutzmaßnahmen sind zwangsläufig wirksame Einrichtungen, die einen Absturz auch ohne vorsätzliches Mitwirken der Beschäftigten verhindern. Die Be-schäftigten auf dem Dach müssen folglich nicht selbst tätig werden, um gesichert zu sein - dies im Gegensatz zu den persönlichen Schutzmaßnahmen wie z.B. dem An-schlagen an Anschlagpunkte. Zu den kollektiven Schutzmaßnahmen zählt man Geländersysteme, Umwehrungen oder Auffangeinrichtungen (z.B. Netze, Gerüste oder Schutzwände).

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Auch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (kurz DGUV) hat in ihren Re-gelwerken und Informationen diese Rangfolge übernommen. In der DGUV-Information 201-056 „Planungsgrundlagen von Anschlageinrichtungen auf Dä-chern“ sind im Anhang Mindestausstattungen von Dächern mit Einrichtungen zum Schutz gegen Absturz definiert worden. Diese Mindestausstattungen wurden in den Ausstattungsklassen 1 bis 4 definiert. Dabei sind Ausstattungsklassen 1 und 2 persönliche Schutzausrüstungen und nur für Personen geeignet, die im Umgang mit der PSAgA geschult sind.

Die Ausstattungsklasse 3 bilden die kollektiven Schutzmaßnahmen wie z.B. Gelän-dersysteme und die Ausstattungsklasse 4 bauliche Maßnahmen. Der Einsatz der Ausstattungsklassen 1und 2 wird durch die DGUV beschränkt auf sehr geringe, geringe und mittlere Wartungsintervalle, aber nur wenn es sich um typische Dach-berufe (Dachdecker, Spengler Zimmerleute usw.) handelt. Selbst bei einem mittleren Wartungsintervall wird die Ausstattungsklasse 3 (Geländersysteme) gefordert, wenn sich Vertreter atypischer Dachberufe wie Gärtner, Lüftungstechniker oder Anlagenbauer auf das Dach begeben.

Geländersysteme bieten eine kollektive Schutzmaßnahme, die als Prävention vor tödlichen oder lebensgefährlichen Stürzen aus der Höhe schützen. Sie entspre-chen der Arbeitsstättenrichtlinie ASR 2.1 und erfüllen die Forderung der DGUV nach kollektiven Schutzmaßnahmen. Geländersysteme schützen, im Gegensatz zu den persönlichen Schutzausrüstungen, auch mehrere Personen gleichzeitig. Die Beschäftigten müssen dabei nicht mit dem Einsatz der PSAgA vertraut sein.

Geländersysteme lassen sich so in die Gebäude einbinden, dass sie den optischen Gesamteindruck nicht stören. Dies kann unter anderem durch variable Pfostenfor-men geschehen. Auf dem Markt werden gerade, geneigte und runde Pfostenformen angeboten. Einige Geländersysteme lassen sich auch bei Nichtbenutzung umklap-pen, sodass sie auf den Dachflächen liegen und von außerhalb nicht zu sehen sind. Geländersysteme können entsprechend dem RAL-Farbfächer farbbeschichtet werden, bei Aluminium-Geländersystemen ist Farbeloxieren ebenfalls eine optische Gestaltungsmöglichkeit.

Weitere Infos zu unseren Geländersystemen finden Sie in unseren Broschüren, oder wenden Sie sich direkt an unserer Planungstechniker